12mr Yacht Evaine

12mr Yacht Evaine





1936 lässt sich Sir Richard Fairey, Präsident der Fairey Aviation, einen zweiten Zwölfer bauen. Der von Charles E. Nicholson geplante und von Camper und Nicholson gebaute Zwölfer Evaine soll Flica I ersetzen, da diese in Regatten nicht mehr konkurrenzfähig war. Bereits in der ersten Saison kann sich das neue Schiff beweisen und kommt in der Gesamtwertung auf Platz zwei. Im Folgejahr erreicht sie den dritten Platz. Während des Krieges wird Evaine stillgelegt und erst in den späten 50iger Jahren wieder gesegelt, da nach dem Krieg keine Regatten mehr statt fanden.

Ein Jahr nach Mr. Faireys Tod im September 1956 kauft Owen Aisher Evaine, und stattet sie als Trainingsschiff für das neue Americans Cup Herrausfordererschiff Sceptre aus. In den ersten Rennen (1958) schlägt das 22 Jahre ältere Schiff Evaine Sceptre immer wieder, und erst nach mehreren Modifikation an Sceptre ist das neue Schiff schneller als Evaine. Nach 43 Tagen Training ist Sceptre 33 Sekunden/Meile schneller als Evaine. Stan Bishop, der damalige Skipper von Evaine, sah in dieser das schnellere Schiff.

Nach dem öffentlichen Auftreten als Trainingsschiff wird Evaine 1959 verkauft und vier Jahre später durch ein Feuer beschädigt. Fischer retten das Boot, Decksteile und Inneneinrichtung sind jedoch zerstört. In diesem Zustand wechselt Evaine erneut den Besitzer und geht für 3000 Pfund an eine französische Firma, die sie im Mittelmeer verchartern will. Im Jahr darauf beginnen die Reparaturen an Evaine, jedoch „nur das Wichtigste“ und „so billig wie möglich“. Das Vorhaben scheitert. Nach Jahren der Nichtbeachtung wird das Schiff 1968 von Graham Godfray mit einem Höchstgebot von 2750 Pfund an die „Majors and City of London Court“ ersteigert. Er lässt die seit fünf Jahren auf Slip stehende Evaine herrichten und nimmt an Regatten teil. Anfang August 1970 gewinnt das damals bereits 34 Jahre alte Schiff überraschend den Britannia Cup, was in einer Zeitung mit „which is rather like a restored red label Bentley winning a Grand Prix“ verglichen wird.

Einen knappen Monat später macht die alte Dame erneut Schlagzeilen, als während einer Nacht die Mooring reißt und Sie mit der backbord Seite auf Felsen aufläuft. Es entstand jedoch kein größerer Schaden.

Im März 1971 beginnt Graham Godfray mit sieben weiteren Mitseglern ohne GPS als erster Zwölfer eine Atlantiküberquerung. Ziel ist New York, wo Evaine nach ca. 5 Wochen auch ankommt. Sie segelt auf dem Hudson River und verlässt nach ein paar Wochen wieder America um im Juli 1971 nach England zurückzukehren.

Wegen unglücklicher Umstände (Ein LKW Fahrer entfernte das Sicherungsseil um vorbeifahren zu können) fiel Evaine während der Ebbe im Hafen von Jersey um, und wurde von der Versicherung abgeschrieben. 1974 wurde Sie nach Barry in Süd Wales gebracht, und lag dort aufgepallt neben einem Lagerschuppen bis John Smith Sie 1984 entdeckte. Trotz sehr schlechtem Zustandes kauft John Smith das Boot und macht es seetauglich für die 400 Meilen weite Überführung nach Inverness. Während dieser Überführung soll Evaine 200 Gallonen (~910 Liter) Wasser pro Stunde gemacht haben.

Angekommen in Inverness wird das Schiff erneut restauriert, und in einen Cruiser verwandelt.
Als solcher verbringt das Schiff die Jahre bis 1994 in Schottland.

Das letzte mal wechselt Evaine 1994 den Besitzer als Mr. Smith das Schiff aus Altersgründen an den jetzigen Eigentümer, Andreas Wehner, verkauft. Nach ersten Instandsetzungen in der Werft von Mc Gruers in Schottland kommt die Yacht 2001 per LKW nach Lübeck in die auf klassische Yachten spezialisierte Werft von Krause und Wucherpfennig.
Seit 2002 segelt das Boot regelmäßig bei den Events neben Trivia, Sphinx, Vanity V und Thea.

Daten

Schiffsname Evaine



Typ
12 mR International
Design
Charles E. Nicholson

Länge
21 m
Werft
Camper & Nicholson, Gosport

Breite
3,5 m
Rumpf
Holz (Mahagoni)

Tiefgang
2,75 m
Mast
Alu

Segelfläche
170 m²
Motor
Volvo Penta 50 PS

Mastlänge
25 m
Diesel
160 l

Gewicht
27 t
Wasser
340 l